Dienstag, 5. Dezember 2017

Engel



Dezember. Advent. Weihnachten. Plätzchen backen. Geschenke kaufen. Glühwein trinken. Maroni essen. Vor dem Kamin sitzen. Über den Weihnachtsmarkt schlendern. Die dicke Pudelmütze aufsetzen und durch den Wald spazieren. Es sich mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich machen und an einem Lebkuchen knabbern. All i want for Christmas im Radio. Den WeihnachtsSpot der Telekom  mit Justin Bieber auf Youtube on Repeat. Die Ugg Boots aus dem Schrank holen. Das ist Weihnachtszeit. Für mich. 


Ich liebe sie . Und doch bringt es mich wieder zum Nachdenken. So viel ist passiert. Erst gestern wieder geweint. Und sich hinterher über die Mascara an den Brillengläsern geärgert. Ich habe dich vermisst. Wo bist du? Ich hab zum Himmel hoch geschaut und dich zwischen den Sternen auszumachen versucht. Gerade jetzt muss ich wieder viel an dich denken. Ich vermisse dich. Immer noch. Es wird nicht vergehen. Der Schmerz. Die Wut. Du musstest gehen. Und bist doch noch immer bei mir. In meinem Herzen. In jedem Lachen und in jeder Träne steckt so viel von dir. Von uns. Wir haben uns nicht lang gekannt. Und doch wurden wir unzertrennlich. Schwestern. Seelenverwandte. 



Ich träume von dir. Von unserem Sommer. Von unserem Winter. Von unserer Zeit. Warum? frage ich mich. Aber auf diese Frage gibt es keine Antwort. Ich seufze. Hole tief Luft. Die klare Luft füllt meine Lungen. Ich seh' die Sterne funkeln. Und die Schneeflocken fallen leise auf die Erde. Alles ist still. Ich stecke mir Kopfhörer in die Ohren. Ich bekämpfe die Stille. Ich bin nicht gerne leise. Leise singe ich den Text mit. Ich kenne jede Zeile auswendig. So laufe ich durch den winterkalten Abend. 
Ich bin nie so bei mir selbst, wie in der Zeit in der ich mit meinem Hund spazieren gehe. In dieser Zeit kann ich nachdenken. Und wie so oft landen meine Gedanken dann bei dir. Bei dem Schmerz und der Wut. Der tiefen Trauer. 
Manchmal lass ich sie zu und manchmal drück ich sie weg. Nächster Titel. Von melancholisch zu fröhlich. Klingt so einfach. Doch ist so schwer. Ich denk an dich. 

Gerade jetzt fehlst du. Das Loch, dass du hinterlassen hast klafft auf. Die Lücke zwischen mir und dir kann nicht überbrückt werden. Die Wunde ist tief. Da hilft kein Pflaster. Es blutet. Weil ich die Narbe immer wieder aufreiße. Auch wenn es wehtut. 
Der Schmerz verlangt gespürt zu werden (John Green).

Ich muss trotzdem lächeln. Manchmal unter Tränen. Manchmal weil ich froh bin über diese Erinnerungen, die mich für immer mit dir verbinden. 
Und dann wird das nächste Lied angespielt. 



  Und auf einmal ist da ein ganz neues Gefühl. Ein neuer Gedanke. Das heißt nicht, dass ich dich vergessen habe. Ich mache weiter.
Ich lass los. Als ich wieder an der Haustür ankomme, schalte ich die Musik aus. Es ist wieder still. Die Musik schweigt. Es schneit immer noch. Ich vermiss dich. Immer noch. Du bist nicht weg. Sage ich mir. Du bist hier. Du bist bei mir. Ich bin nicht allein. 

Und dann setze ich mich an den PC und scrolle durch alte Fotos. Dezember. Weihnachtsmarkt. Der große Steiff Teddybär auf dem Römer. Die Lebkuchenherzen. Das verschwommene Foto auf dem eisernen Steg.

Du bist nicht weg. Sage ich mir. Du bist hier. Du bist bei mir. Ich bin nicht allein. Ich habe meinen Schutzengel immer bei mir, der schützend seine Flügel über mir hält. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er einen Engel, als beste Freundin hat?


Ich wünsche euch eine besinnliche Adventszeit

Alles Liebe,

eure 
Missmonroelove 


Donnerstag, 10. August 2017

Ich lass dich gehen. Lass mich nicht gehen.

Es ist lange her, dass ich etwas geschrieben habe.
Mir hat einfach die Zeit gefehlt. Die Inspiration. Ich war so einfallslos. So leer gefegt. Und ich frage mich, wer das hier überhaupt liest. Ich möchte Menschen berühren mit meinen Worten. Etwas in Ihnen auslösen. Ich denke daher habe ich mit dem Schreiben begonnen. Ich habe es schon immer geliebt mir Geschichten auszudenken. Zu fantasieren und zu träumen. Etwas zu erschaffen. Etwas das allein aus meinen Worten und Gedanken entsteht. Etwas von mir für euch. Wer immer ihr auch sein mögt. Seit der Roman fertig ist, habe ich nichts mehr nennenswertes geschrieben. Irgendwie wusste ich nicht was. Mir fehlt die Prise Kreativität. Der Funken Ideenreichtum. Und doch habe ich noch so viel zu erzählen. Die Personen meiner Geschichte sind ein Teil von mir (geworden) und immer noch lebendig. So wird es vielleicht Zeit diesem Blog seinen Sinn zurück zu geben: Nämlich euch über mein Buch zu berichten. Bis jetzt habe ich ja nur immer hier und da ein paar Infos eingestreut ohne wirklichen Zusammenhang.

Ich habe von Pierre erzählt und von Luise. Von Frenzel und Laurentin und von Antoniette. Damit hätten wir auch schon die wichtigsten Personen beisammen. Hauptsächlich geht es natürlich um Luise und Antoniette. Die beiden sind Mutter und Tochter und erzählen immer in wechselnder Ich-Perspektive aus ihrem Leben. Es fängt alles in Paris an. Luise ist 21 und floh aus einem kleinen bayrischen Dorf nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Liebhaber nach Frankreich. Wo sie auch prompt von ihm zurückgelassen wird. Wovor sie geflohen ist? Nach dem Tod ihrer Mutter herrschte eisiges Schweigen in dem sonst so lebhaften, alten Haus in Dreibirken, einem kleinen, fiktiven Dorf in der Nähe von München. Wo früher Musik dudelte und gute Stimmung herrschte ist nun Stille und Einsamkeit eingekehrt. Luise hält es nicht mehr aus. Schon seit geraumer Zeit hat sie eine Affäre mit einem Referendar an ihrer Schule und nach dem Abiball reißen die Beiden aus. Es ist ein kurzes Intermezzo, denn als sie eines morgens im Hotelzimmer erwacht ist der junge Mann fort. Mit Geld, Auto und Zahnbürste. 
Gott sei Dank hat sie einen Anhaltspunkt. Eine alte Freundin ihrer Mutter betreibt eine Konditorei in Paris nahe der Sacre Coeur. Deren Sohn holt sie in einem Jeep ab und bringt sie nach Paris. Sein jüngerer Bruder wird ihre große Liebe und es kommt wie es kommen muss. Sie wird schwanger. Pierre, der Vater ist überfordert und lässt die junge Mutter im Stich. Erst 16 Jahre später sollen sie sich wiedersehen. 
Nun kommt die zweite Erzähl Instanz ins Spiel. Antoniette berichtet von ihrer Kindheit, der problematischen Beziehung mit ihrer Mutter und der innigen Freundschaft mit den Zwillingen Laurentin und Frenzel. 
Ihr widerfährt ein ähnliches Schicksal wie das ihrer Mutter. Nach einem One Night Stand wird auch sie schwanger und so wird ihr junges Leben auf eine harte Probe gestellt. Der Vater will- genau wie Pierre- nichts mehr mit ihr zu tun haben. Trotz alle dem entschließt sie sich das Kind zu behalten. Die Sache hat jedoch ein Gutes: Luise beschließt nach der Geburt ihres Enkelsohnes, Pierre von dessen Existenz zu berichten und so kehrt der, inzwischen erfolgreiche Künstler, in das Leben der beiden Frauen zurück...

So weit, so gut. Ich hoffe euch hat die kleine Exkursion in die Welt meines Buches gefallen. Vielleicht veröffentliche ich ja schon bald mal einen kleinen Ausschnitt daraus. Lasst mich wissen, ob ihr Interesse darin hättet.

Alles Liebe,

eure Missmonroelove. 



Montag, 6. Februar 2017

Ein bisschen Paris im grauen Alltag


Seit einiger Zeit sehe ich mir auf Youtube eine Videoserie an.
Es handelt sich hierbei um Screenshots von Chats auf Whatsapp. Hochgeladen von einer gewissen "Flying Husky". Unterlegt mit Musik regen diese "Bildschirmfotos" zum Nachdenken an. Große Liebesschwüre. Ellenlange Texte, die am Ende nicht mal mit blauen Häckchen markiert sind. Tausende "Ich liebe dich's" und aber Millionen Herzen und so weiter. Ich lese und denke mir dabei. Welchen Screenshot würde ich einschicken? Ich scrolle wiedermal durch die Fotos, die mittlerweile 500 Selfies, die von unserer Liebesgeschichte zeugen. Das erste Foto ist knapp vier Monate alt. Am Donnerstag sind es genau 16 Wochen. 
Vier mal vier Wochen und mir kommt es vor, wie vier Jahre. Vier Wochen seit ich da am Straßenrand stand und dann kam er angefahren. Ich habe nichts erwartet. Vielleicht ein nettes Date. Ein nichtssagender Nachmittag, an dessen Ende man sich flüchtig umarmt und dann nach einem kurzen "War nett dich kennengelernt zu haben" wieder in unterschiedliche Richtungen stromert. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich heute neben diesem Mann am Abendbrottisch sitzen würde. Ich hätte gelacht, hätte man mir versucht zu verklickern, dass ich mal mit diesem Mann einschlafen würde. Tage und Nächte verbringen würde. Und jetzt ist es so. Ich sitze hier und tippe, während er für seine Abschlussprüfungen lernt. Ich beobachte ihn heimlich. Der beige Pulli, die blauen Augen unter der Brille. Seine Augen. Würde mich jemand fragen, in was ich mich verliebt habe? Dann wären es diese Augen. Blau. Wie ein Bergsee. Manchmal mit einem Stich ins Grüne oder Graue. So facettenreich. Sie blicken mich an. Strahlen. Leuchten. Seine Augen. Pierres Augen. Seltsam, dass man einen Menschen beschreibt, und dann: erkennt man Eigenschaften dieser Person die man, aus seinem Kopf heraus beschrieben hat, bei einer lebendigen Person wieder. Ich bemerke, wie der Buch- Traummann immer mehr seiner Eigenschaften annimmt. Aus der realen Person und der fiktiven werden eine Person. Trotzdem bleibt Pierre Pierre und Honey, eben Honey. 

Ich erinnere mich an die Augen die ich beschrieben habe. An Gesten und Worte. Ich habe mir immer einen Pierre gewünscht. Einen richtigen. Echten eben. Einen, mit dem man Chats hat, die manchmal aus tausenden "Ich liebe dich's" und aber Millionen Herzchen bestehen. Solche, von denen man Screenshots macht und sie an "Flying Husky" schickt, damit diese sie dann in ihren Videos veröffentlicht. Solche die man mit kitschigen Liebesliedern unterlegt und der ganzen Welt preisgibt. Jeder soll es lesen können. Habe ich das nötig? Nein. Definitiv nicht. Ich liebe lieber leise. Hauchzart. Flüsternd. Ist mir nicht wichtig, dass das jeder lesen kann. Ich liebe lieber heimlich. Für mich. Für uns. Großartig im Kleinen. 

Ich habe mir eine eigene Liebesgeschichte geschrieben. Für mich. Für uns. Und diesmal soll es jeder lesen können. Sie trieft nur so vor Kitsch. Vor Romantik und spielt überdies auch noch in der Stadt der Liebe. Paris. 
Wiedermal stehe ich am Bahnhof in Frankfurt und am Gleis, an dem der TGV steht. Paris Est. Wann bin ich endlich mutig genug einzusteigen. Die Geschichte wahr zu machen? 

Ich stehe so lange an dem Gleis, bis der Zug anfährt. Hinaus aus dem Bahnhof. Und mich am Gleis stehen lässt. Ein andermal vielleicht. Vertröste ich mich. Vielleicht. Vielleicht auch nicht, Ich glaube ich habe einfach Angst. Angst enttäuscht zu werden. Von der knallharten Realität. Denn auch nach einem noch so schön gehauchten: "Ich bin ja so verliebt in dich" kommt man irgendwann wieder unten am Boden an. Irgendwann werden die Herzchen weniger. Dann kommen die ellenlangen Texte in den Videos, die nicht mal gelesen wurden. Die blauen Häkchen fehlen. Interessiert niemanden mehr. Traurig, aber wahr. Man tippt. Löscht. Tippt erneut und versendet. Es bleibt unbeantwortet. 
Ich kenne das. Zu gut. Will das eine Weile nicht erleben. Eine Weile noch schweben. Lieber nochmal "Ich liebe dich" schreiben. Es nochmal hören. Noch ein schlagendes rotes Herz. Jeden Morgen eine Audio und jeden Abend. Außer, wenn wir zusammen sind. Noch ein körniges Selfie. Nochmal ein kurzes Video mit einem Luftkuss. Noch ein Telefonat am Abend. Nochmal in seinen Armen einschlafen, Noch ein Kuss. Der letzte. So wie der erste. Inniger. Eine noch festere Umarmung. Bis Morgen. Bis später. Bis nachher. Bis Paris? Noch ein Traum. Nochmal am Gleis stehen. Einsteigen. Mitfahren. Ankommen. Eintauchen. Auf dieser Brücke an der Seine stehen, die man sieht, wenn man auf das Bild über seinem Schreibtisch schaut. 

Einmal auf den Eiffelturm. Einmal ein Café finden. In der Nähe von Mon Matre das Florence und Polette gehören könnte. Einmal. Ich verliere mich in Träumen. Schmunzele. Halte kurz inne. Flying Husky hat ein neues Video hochgeladen, zeigt meine Neuigkeiten - Spalte an. Werde ich mir ansehen, wenn ich zuhause bin. Weil wir alle uns gern mal in einer Welt verlieren, die aus "Ich liebe dich's" und Herzchen besteht. In der einen die "Ich bin ja so verliebt in dich" Nachrichten schweben lassen. In der man einen Pierre im Café trifft. Manchmal denke ich. Manchmal ist es gut, dass es Realität gibt und die Welt im Buch. Man kann sich flüchten, aber davon laufen kann man nicht. Vermischen ist gefährlich. Es ist gut, dass Pierre Pierre ist und Honey Honey. 

Es ist gut, dass ich gerade hier bin, Im grauen Alltag, der ein bisschen aufleuchtet, bei dem Gedanken an die Nacht, die ich in seinen Armen verbringen werde. Auch in Paris kann man einsam sein. Und trotzdem freue ich mich auf den Tag, an dem wir gemeinsam einsteigen, Paris. Paris, 

In Liebe, 

eure Missmonroelove

Sonntag, 22. Januar 2017

Kind des Sturmes

Hallo. Es ist Sonntagabend. Stille. Laute Stille. Ich drehe Musik auf. Frida Gold. Wir sind zuhaus. Ich reflektiere die letzten Wochen. Ich denke...denke...denke nach. Es ist jetzt Januar. Das Jahr ist drei Wochen alt. So jung und doch sind schon wieder einige Tage verstrichen. Ich habe viel geweint. War viel verzweifelt. Hab mich aufgelöst. Bis man mir sagte: Du hast keinen Grund zu weinen. Keinen Grund zur Panik. Alles wird gut. Ich klammere mich daran fest. An diesen drei Worten. An seinem "Ich liebe dich". Vergrabe mich in seinen Armen. Verliere mich in diesen blauen Augen. Er lacht. Honey. Ich sehe ihn. Sehe uns. Die Einweg Kamera. Der Auslöser klickt. Dieser Kuss festgehalten. Und wenn ich so daliege, dann ist alles gut. Dann kann ich mich fallen lassen. Ich falle in den Moment und fliege für einen Moment. Wenn alles kribbelt. Ich mach mich leicht. Ich halte dieses Gefühl fest. Für Momente wenn ich wieder down bin. Wenn die Depression wieder zuschlägt.

Und ich denke wieder an ihn. Irgendwie. Hallo Frenzel. Was willst du noch in meinem Kopf. Er schleicht sich in meine Träume. Menschen, die ich jahrelang nicht mehr gesehen haben tauchen auch, wie Geister aus der Vergangenheit und scheinen mich daran zu erinnern, was ist und was war. Ich halte gern am gestern fest. Lasse dennoch alle Türen für die Zukunft offen. Ich breite die Arme aus. Weit. Will schreien. Alles rauslassen. Doch ich bleibe still. Es ist ok. Es ist in Ordnung.

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe ihn. Mit jeder Faser. Mit jedem Molekül. Jeder Zelle. Jeden Zentimeter. Vielleicht musste ich ihn gehen lassen, um Platz zu machen. Und trotzdem ist das Loch noch da. Alles ist verblasst. Das letzte Jahr. Wir haben wirklich geglaubt, wir könnten davon laufen. Vor unseren Gefühlen. Dieser Kuss. Fühlt sich jetzt ganz anders an. Viel größer. Hätte nie gedacht, dass solche Gefühle möglich sind. Hab immer gedacht, dass ich Liebe kenne. Aber jetzt hat sich dieser Begriff neu definiert. So viel mächtiger. Ich rede schon vom Mann meines Lebens. Von einem  FÜR IMMER . "Gibt es das?" frage ich ihn. Er nickt nur. Hält mich noch fester. Enger umschlungen. Ich habe niemals so viel Nähe zugelassen. Niemals erlaubt, dass mir ein Mensch so nahe kommt. So hinter die Fassade blicken darf, wie er es tut. Hab mich nie so verletzlich gezeigt. Ich habe noch nie einen Mann weinen sehen. Wir haben zusammen geweint. Weil das Glück uns übermannt hat. Ich kann nicht damit umgehen. Zu viele Emotionen. Zu instabil. Zu sentimental zu. Zu...

Die Musik ist aus. Tut auch gut. Stille ist mir immer unangenehm. Ich fühl mich in der Ruhe nicht wohl. Ich bin ein Kind des Sturmes. Ein Kind des Windes. Wo es tobt und bebt, gewittert und blitzt, da fühl ich mich wohl. Ich hab lange Angst im Dunkeln gehabt. Zünde immer Kerzen an. Lass immer ein Licht brennen. Bin nachts nicht gerne unterwegs. Obwohl ich viele Nächte durchgemacht habe.Viele durchtanzt habe. Lange wachgelegen bin. Eine ganze Nacht lang mit ihm. Reden über Paris. Über dies und jenes. Über ihn und mich. Träume. Wünsche. Vorstellungen. Illusionen. Hoffnungen. Erwartungen. Die großen und kleinen Dinge des Lebens.

Während ich das hier tippe, spielt mein Vater Klavier. Stay von Rihanna. Bleiben. Ich will, dass er für immer bleibt. Der Moment. Dieser Mensch. Dieser Tag. Forever is a long time. For now. Now is good. Gerade gut genug. Denke ich.

Habe aufgehört Tagebuch zu schreiben. Irgendwie gelingt es mir nicht mehr. Ich habe mich verändert. Bin in ständigem Wandel begriffen. Es ist Sonntagabend. Stille. Laute Stille. Die Tasten klicken unter meinen Fingern und mein Vater singt ein schiefes Lied. Er wiederholt einige Stellen des Stückes bis es zu seiner Zufriedenheit klingt.Wieder und wieder. Die gleiche Melodie. Melancholisch. Schwer. Moll. Das ist das Leben. Denke ich. Ein Wechsel von Dur und Moll. Genauso fühlt es sich an. Höhen und Tiefen. Bergauf und ab. Das ist gut. Das ist ok. Eine Achterbahnfahrt und ich steige ein. Jauchze. Fühle die Leere im Bauch, wenn wir bergab sausen und das Adrenalin durch meinen Körper pulsieren. Ich bin am Leben. Alive. Und ich will verdammt noch mal was aus diesem Leben machen. Ich atme ein und aus. Und denke wieder an Frida Gold. Wir sind zuhaus.

xoxo

eure Missmonroelove

Mittwoch, 30. November 2016

Trauerarbeit

Ich sitze vor meinem Laptop. Ein neues reinweißes Dokument geöffnet und überlege. Seit ein paar Monaten habe ich kein Tagebuch mehr geschrieben. Die alten Tagebücher habe ich in eine Schublade gepackt und...verbannt. Ich bin auf Facebook online und sehe, dass du online bist. Wie konntest du mich nur so belügen? Augenblicklich fühlt es sich an, als fiele mein Herz kilometerweit nach unten. Wie ein Sturz aus einem Hochhaus. Seltsam und doch so präsent dieses Gefühl. Ich bin irgendwie traurig. Was ist denn jetzt mit dem? Will meine Mutter von mir wissen, weil ich seit Wochen nur noch von dem Neuen rede. Mit einem Lächeln im Gesicht. Von wem reden wir hier eigentlich? Ich glaube du bist der einzige Mensch, den ich besser kenne, als jeden anderen und der mir doch zugleich so fremd ist. Ich kenne dich so gut. Nur dir habe ich erlaubt mich so zu verletzen. Ich hab mich dir offenbart und gedacht uns kann nichts trennen. 6 Jahre lang haben wir alles geteilt und ich hab geahnt, dass du doch ganz anders bist, als ich vermute. Dass du dich hinter einer Maske versteckst. Wir haben immer über dieses Mädchen geredet. Du hast mir so viel von ihr erzählt. Ich hab dir Tipps gegeben, wie du sie ansprechen kannst. Und doch warst du immer eifersüchtig, wenn es bei mir um einen anderen Jungen ging. Du hast mir Angst gemacht, als du gesagt hast, dass ich der einzige Mensch bin, dem du vertraust. War ich am Ende dieses Mädchen? Unzählige SMS. Über 10.000 Facebook Nachrichten. Und du hast dich so gut getarnt. Warscheinlich hattest du Angst, dass die Wahrheit irgendwann ans Licht kommt, vor der wir beide davon gerannt sind und, dass ich dann noch mehr Angst habe.

Ich weiß es. Meine Freundinnen wissen es. Alle wissen es. Besser. "Das ist ja nicht normal!" Ich hab bzw. hatte lange Zeit das Gefühl du warst das einzig normale in meinem Leben. Du warst so viel. Ich hab dir alles erzählt. Du hast mit mir alle Episoden durchgestanden. Bis es dir irgendwann zu viel wurde. Ich hab dir nicht alles erzählt. Den Teil von mir, der nicht schön und leuchtend ist, der mich als "nicht normal" enttarnt, den hab ich dir verschwiegen. Ich hab dir nie gesagt, was mir fehlt und warum ich dir das verschweige. Nur zu meiner Verteidigung ich verschweige es allen. Aber zu dir. Das sehe ich ein. Hätte ich ehrlich sein müssen. Ich mach mir solche Vorwürfe. Ich hab das alles auf dir abgeladen. Jahr für Jahr. Monat für Monat. Wir lügen. Haben uns belogen. Uns maskiert. Uns immer wieder neue Dinge ausgedacht. Ausgemalt. Eine perfekte, virtuelle Welt. In der Realität hätten wir nie bestehen könnnen.Wir bestanden aus Zeichen, Schiffren. Online. Offline. Online. Whatsapp. Bildern auf Facebook.
Eine zeitlang Fernbeziehung. Wie oft haben wir uns tatsächlich gesehen? Flüchtig. Deine Basecap. Die Sonnenbrille. Kilometer die uns trennten. Hessen. Baden Würtemberg. Rhein. Main. Frankfurt. Ulm. Stuttgart. Austragungsorte einer großen Liebesgeschichte. Einer, die alle anderen mit einem müden Lächeln quiettierten. Dann dieses Frühjahr. Es wurde wieder ernst. Du wolltest mehr. Ich wollte mehr. Mehr. Also gaben wir uns den Rest. Die Kante. Wir sprachen in der dritten Person von diesem besonderen Menschen. Du erzähltest immer weiter von diesem Mädchen. Und ich war zu dumm zu checken, was und wer gemeint war. Ich. Ich und du. Wir. Ich hab gedacht uns kann nichts trennen. Du warst meine große Liebe. Ich erinnere mich an jedes einzelne Lied. Ich vermiss dich so. Im Stillen hoffe ich, du liest das hier. Bereust, wie ich bereue. Eine verstohlene Träne im Auge. Ein zerbrochenes Lachen. Hey. Ich vermisse dich. Verdammt. Ich will dir jeden Tag was erzählen. Jeden Tag schreiben. Ich will nicht, dass du weg bist. Ich brauche dich.  Auf diese verrückte Weise, die keiner verstehen kann. Ich will jetzt lieber wieder mit dir streiten, als dich weiter anzuschweigen. Ich weiß, du hast die Gedichte gelesen. Und du weißt auch, wer gemeint war. Ich hab dir so viele Zeichen gesendet. So viel Liebe. So viel versteckte Nachrichten. Wir waren die Hauptdarsteller in einem  Theaterstück. Ich dachte immer bei uns, wir das so, wie bei Love, Rosie. "Wir sehen uns auf deiner Hochzeit". Das war eine der wenigen Dinge, an die ich mich erinnern kann. Die letzten Nachrichten. Und ich würde am liebsten Cher laut aufrdrehen und mitjaulen. "If i could turn back time. If i could find and way..."
 Das hier geht raus an Frenzel. Ich hoffe du denkst, ab und zu an mich. Ich bin glücklich und ich wünschte, ich könnte dieses Glück mit dir teilen.
Ich weiß der Neue wird das verstehen. Ich werde nicht aufgeben. Weiß du wirst mir vergeben. Vielleicht sehen wir uns wieder. Nein, halt. Ich weiß, wir sehen uns wieder. Wir sind Freunde fürs Leben. Du wirst immer mein bester Freund sein. Vergiss das nicht. Ich hoffe ich kann mit diesen lächerlichen Worten, irgendwie dein Herz erreichen. Vielleicht erweichen. Du weißt, ich kann nicht auf diese Weise für dich fühlen, die du gerne hättest. Mann, das klingt doof. Aber das geht nicht mehr. Aber deshalb kann man doch befreundet bleiben. Ich laufe durch die Straßen. Höre unser Lied.  Ja, es bleibt unser Lied. Ich hab über dich geschrieben. Und wir werden immer bleiben. Vielleicht sehen wir uns nicht mehr. Und vielleicht schreiben wir auch nicht mehr. Vielleicht ist es jetzt Zeit Bye Bye zu sagen. Aber vielleicht kommt das auch wieder. Wiederholt sich. Du bist ein toller Freund, Fren. Der Beste. Ich bin froh, dass es dich gibt. Du wirst ein Mädchen da draußen sehr glücklich machen. Und sie ist ein glückliches Mädchen. Ich kann es riechen. So wie die Luft nach Schnee zu riechen beginnt. Du wirst geliebt werden. Charlie und Sam. "Ich wollte nur sicher gehen, dass du deinen ersten Kuss von jemanden bekommst, der dich wirklich liebt, Charlie"
Es tut mir leid, dass ich deine Gefühle nicht so erwidern kann, wie du dir das von mir erhoffst. Du wirst darüber lachen, wenn du dieses Mädchen gefunden hast. :)

Ich hoffe, dass war euch jetzt nicht zu melodramatisch! ;)
Ich wollte einfach mal wieder was loswerden, das mich beschäftigt. Vielleicht veröffentliche ich euch demnächst mal ein Gedicht oder ein Stück aus meinem Buch. Wenn ihr mögt.
Das ist ja eigentlich der Sinn und Zweck des Blogs hier.
Das Schreiben und weil ich es so liebe.

xoxo

euere Missmonroelove

Montag, 14. November 2016

Ein Sonntagsmärchen


Es ist Sonntagmorgen.
Durch das Fenster kommen die ersten Strahlen der Herbstsonne. Er liegt da. Die Lider geschlossen. Die Haut ist milchig weiß. Dann schlägt er die Augen auf. Diese Augen... Ein Lächeln umspielt seine Lippen. "Guten Morgen, Honey". Seltsam diese Worte. Ich habe mich immernoch nicht daran gewöhnt das Bett wieder mit jemandem zu teilen. Ich muss an dieses Lied denken von Prinz Pi denken.  "Das Bett das wir
teilen, war nur dein, war nur mein, es war 1,40 breit". Ich kuschele mich an ihn. Schließe noch einmal die Augen. Seufze. Vollkommen zufrieden. Wer hätte das vor einem halben Jahr gedacht? Wenn mir das jemand erzählt hätte, dann hätte ich ihn ausgelacht. Dating Apps sind was für die Mega - Verzweifelten. Für die, die nicht flirten können. Für den Rest, den keiner will. Für die Ladenhüter. Dauersingles. Aber doch nicht für solche, wie mich. Ich habe mich aus Spaß bei Lavoo angemeldet. Tat gut zu merken, dass du immer mehr Matches bekommst.
 Dann dieser Typ. Was kann ich schon verlieren, wenn ich mit ihm ins Kino gehe? Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen kann. Dass man über so einen Weg einen solchen Menschen findet. Einen solchen wie Ihn. Es hat klick gemacht. Einfach gepasst. Von heute auf morgen. Vier Wochen. Drei Wochenenden. Ich bin nicht mehr allein. Der Liebeskummer ist weg. Der Ex kein Thema mehr. Er hat den Schmerz weggepustet. Wie ein Laubsauger die Blätter. Und diese Augen...


Diese Augen. Diese Lippen. Honeybear. Und ich hab die anderen gefragt, was sie denn mit ihren Freunden so machen. Dumme Frage. Wir sind gestern den ganzen Tag auf dem Sofa gelegen, obwohl wir eigentlich in den Zoo nach Augsburg fahren wollten. Die Finger ineinander verhackt und ich in seinem Arm. Gefühlte hundertmal gesagt, geflüstert, gehaucht, dass wir uns lieben. Und ich will das nicht mehr vermissen. Wir reden von Paris. Und ich nenne ihn Pierre. Das ist ein Codename. Wenn ich jetzt schreibe, dann wird die Hauptfigur ihm immer ähnlicher. Dieses Lachen, diese Stimme. Dieses Lied: CRO. "I'm in love". Dieser Film. Unsere Zeit ist jetzt. Das erste Date. Das erste richtige seit 2 Jahren. Und es fühlt sich gut an. Wenn ich ihn so ansehe, dann ist alles gut. Besser. Perfekt. Wir träumen. Spinnen. Reden. Lachen. Planen und denken aus. Geschichten. Ausgedachtes. Es ist alles so real geworden. Dieser Wunsch. Den ich mit einer Sternschnuppe im August in Italien ins Universum geschickt habe, er ist wahr geworden. Er gleicht mich aus. Ich schenke ihm eine Prise meiner Craziness :D Ich hab gerade nur ein Wort auf den Lippen. "Danke". Ich hab mich selten einem Menschen so geöffnet, wie ihm.

Diese weiße Rose von unserem ersten Wochenende steht immernoch auf meinem Schminktisch.

Ich bin kein Fan von Geschenken. Ich hab nicht mehr an Romantik geglaubt. Die Augen niedergeschlagen, wenn ich ein glückliches Pärchen sah. Ich wollte das nicht sehen. Ich hab Ihnen ihr Glück nicht gegönnt. Aber echte Prinzen kommen bekanntlich immer.
Ich hab einen gefunden. So wie dieses Retrokleid auf Omas Dachboden. Lang verschwunden. Ausgegraben und anprobiert. Das passt. Sowas hat niemand sonst. Wie im Film. Wie in diesem Lied. Diesem Gedicht. Wie in diesem Buch. Valentino. Ein Duft. Ein Geschmack. Ein Gefühl. Dieses weiße Tshirt. Dass man so lange trägt, bis sein Duft meinem gewichen ist und dann in die Wäsche wandert und vermutlich irgendwann im Kleiderschrank von meinem Bruder liegt. Tanzen. Diese Schlagerband, die jeder andere peinlich findet, die aber echt und ehrlich alles besingt, was ich gerade fühle. Ich glaub, dass können nur wir beide verstehen.  Nur wir beide teilen ebengenau diese Gefühle.
Diese Selfies auf meinem Handy, die mich schmunzeln lassen. Jeden Morgen und jeden Abend eine Audio von meinem Brummbär. Ich schau manchmal einfach nur auf mein Handy, damit ich sein Lächeln auf dem Sperrbildschirm sehe. Und ich gehöre nun selbst zu diesen Pärchen, die ich früher immer beneidet habe. Das letzte Singlemädchen ist jetzt auch in einer Beziehung. Es ist was ernstes. Was festes. Obwohl es erst fünf Wochen her ist und noch in den Kinderschuhen steckt. Und ich bin genau in diesem Moment so unsagbar glücklich. Wenn ich ihn am Morgen das erste Mal küssen darf und am Abend das letzte Mal. Der erste und der letzte Gedanke. Ich glaub, wir behalten die rosarote Brille noch eine Weile auf. Was die anderen sagen ist doch egal. Hauptsache wir haben uns gefunden. Halten uns fest. Halten das hier fest. Weil es richtig ist. Und weil es sich anfühlt wie eine kleine Ewigkeit. Weil er ein Engel ist und ich es verdammt nochmal verdient habe. Weil er mich glücklich macht. Für mich. Für dich. Für uns.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.

xoxo

eure Missmonroelove


Montag, 7. November 2016

About Coco


Diesen Post widme ich Polette, Florence und Coco.

https://www.youtube.com/watch?v=XBvW8TKTY9U&spfreload=5
 
 

Liebe Coco,

jetzt sind es zwei Jahre. Zwei Jahre und 5 Monate. Zwei Jahre und ein halbes Jahr. So lange haben wir uns nicht mehr gesehen. Erst letzte Woche war ich auf dem eisernen Steg gestanden und habe mit pinkem Stabilo "In beloved Memory of FB" auf eine freie Stelle, auf der linken Seite, wenn man aus der Stadt kommt. Wir waren immer dort gestanden. Im Winter, im Frühling, im Sommer. Nur nicht im Herbst, fällt mir gerade so auf. Morgen ist dein Geburtstag. Für immer jung. Den Text hab ich dir als letztes geschickt. Karel Gott und Bushido.
"Du musst dich an die gute Zeit erinnern. Denn nichts ist für immer." 

 "But you can count on me Just like the sun rises in the east When you've had enough Seems like giving up Is all thats left to do Even if you want to I'm never gonna let you I'm never gonna let you So throw your tantrum Then go and throw all your garbage away Get rid of yesterday Pick yourself up Then fill your half empty cup up with faith It's gonna be okay"

- Mackenzie Porter

Du warst tapfer. Mutig. Hast gekämpft. Ich war bei dir. Ich hab es nicht auf die Beerdigung geschafft. Man hat sicher gedacht. Die kommt bestimmt. Aber ich war zu schwach. Hab dich anders an meiner Stärke teilhaben lassen. Ich dachte immer: Du bist so stark, du schaffst das. Du bist so tough. Du bist willensstark. Aber auch der stärkste Wille kommt gegen die Macht des Schicksaales nicht an.  
"Only the good die young" 
Ich hab mir zwei Jahre langf Vorwürfe gemacht. "Wer ist deine beste Freundin?" fragt mich mein Freund und ich lache. Dann kämpfe ich mit den Tränen und beiße mir kurz auf die Lippe. "Janet" und... ich zögere kurz. "Coco."
Ich erinnere mich an das Bild aus der Woche nach dem Abi. Blonde Perücke. Kussmund. In ihrem Herbie. In dem Herbie, der immer am Bahnhof steht, wenn mich ihre Mutter abholt. "Tante Polette" habe ich sie einfach mal genannt. Dieser Engel, der für mich, wie eine Tante ist.
Liebe Polette, das hier ist für dich. Für Sie. Für uns.
"Sie sagen Mädchen bleib am Boden. Du kannst die Schwerkraft nicht besiegen, doch während sie das sagen, lernst du einfach fliegen" - Nisse 

Ich möchte hier keine Tränen vergießen. Das hättet ihr nicht gewollt. Du und deine Mutter ihr seit unglaublich. Ihr habt meine Leben verändert. "Du spendest so viel Hoffnung an andere, du darfst jetzt nicht aufgeben!" sagt Polette zu mir über Telefon.

"Du hast mir eine kleine Ewigkeit geschenkt und von einem Schriftsteller den wir mal mochten, haben wir gelernt, dass manche Unendlichkeiten größer sind, als andere"
Was waren wir glücklich. Und ich bin es noch. Ich bin es wieder. Weil ich weiß, dass du nicht willst, dass ich weine. Aber der Knoten in meiner Brust, der Schmerz kann sich nur so lösen. Wenn ich weine, wenn ich lache und wenn es regnet, wenn ich so am eisernen Steg stehe, dann denke ich an dich und ich sehe nach oben und hauche leise. "Danke, Zis" in die kühle Herbstluft.
Ich hab mich immer gefragt, was du dir wohl gewünscht hättest. Was dein letzter Wunsch war. Ich kann es nur vermuten. "Lebe und denke nicht an morgen...unser bestes Leben heute leben". Und ja, liebe Polette. Das Schicksaal ist ein mieser Verräter ist nicht das Non Plus Ultra an Krebsbüchern. Keiner kann nachempfinden, was du fühlst. Wie es ist am Meer zu stehen oder am Main und ihr da ganz nahe zu sein. Das man nicht verrückt ist, wenn man an der BHS vorbeiläuft und uns da stehen sieht. Lachend "Nothing can catch us. Nothing can change this. Covered in stardust" haben wir gesungen. Und ich wünschte mir mal wieder, wir könnten einfach Rihanna zuhören und mit singen. Gerade sticht die Wolke durch den November-Wolkenhimmel und dann denke ich mir: "Da ist sie. Da bist du, Hase".

Dafür brauch ich kein Tattoo. Dafür brauch ich kein Grab und keinen Friedhof. Dafür brauch ich nur meine Erinnerungen und ein Lied.

"Nie vergessen"- Glasperlenspiel. 
"Stille"- Jupiter Jones
"Change"- Sugarbabes
"Zeichen"- Phela
"Glück" Cassandra Steen
"Bye bye" Mariah Carey
"Dieser Weg" - Xavier Naidoo
"Engel"- Johannes Oerding
"Count on me" Bruno Mars
"I wish I'd known"- MacKenzie Porter
"Never gonna let you" - MacKenzie Porter
"Never forget you"- Zara Larson
"17" - Avril Lavigne
"Durch die schweren Zeiten" -Udo Lindenberg
 und so viele mehr...

Meine beste Freundin ist ein Engel. Wer kann das schon behaupten?
Wer kann schon behaupten, dass man eine Freundin hat, die gleichzeitig eine Tante ist und mit der man noch nicht mal verwandt ist? Wer kann schon behaupten, dass man zwei Schwestern hat?
Und wer wirklich mal ein gutes Krebsbuch lesen will? Dem lege ich "Tanz auf Glas" ans Herz. Von Ka Hancock ans Herz. <3
Vergesst alles was ihr über Krebs und andere Krankheiten wisst. Wie es ist zu sterben, weiß am Ende nur der Sterbende selbst.
Und wann es Zeit ist zu gehen, dass darf auch jeder selbst bestimmen.
Und weißt du was? Ich kann mir das gutvorstellen. Das du mit meinem Opa auf einer Wolke sitzt, so wie die Engel in dem Gemälde von Raphael (?) und auf uns runter schaust. Vielleicht legt ihr da oben zur Feier des Tages morgen einen Walzer aufs Parkett. Denn im Himmel, liebe Polette, trägt man hohe Schuhe. 
Besitos

  
"So, I close my eyes and I start to dream I throw a nickel in the time machine Until I taste the wine Feel your hand in mine But this time no one's there I wish I'd known But nobody told me That was the last time you were ever gonna hold me Maybe I'd a held on a little bit longer Like I was never gonna let you go"

 - Mackenzie Porter




In beloved memory of my angel and best Friend :) und mit liebsten Grüßen nach Carolinensiel an Polette, ihre wundervolle Mutter!

xoxo

eure Missmonroelove