Montag, 21. Mai 2018

Alors un dance


Neulich waren wir feiern.

Es war ein Samstag Abend und bei uns in einer Location war Flashback Party.
Ich gehe generell gerne feiern. Ich liebe es mich in der Musik zu verlieren, den lauten Bass im Körper pulsieren zu spüren, die Augen zu schließen und mich zu drehen, bis mir schwindelig wird. Seit ich einen Freund habe, sind solche Abende allerdings selten geworden. Das macht mich auf der einen Seite traurig, auf der anderen Seite hat das Weggehen irgendwie seinen Reiz verloren. Für mich war das Feiern immer eine Gelegenheit auf "Männerfang" zu gehen, da ich eine ganze Zeit lang Single war... Eine ganze Zeit lang hatte ich einen Schwarm, den ich immer in der Disko bei uns im Ort "traf". Es war eine eher sporadische Begegnung und wir teilten nicht viel mehr, als ein paar Blicke und Berührungen, aber es war jedes Mal irgendwie magisch. Vielleicht machte es der Reiz aus, dass ich nichts über ihn wusste und nicht mal seinen Namen kannte. Er trug stets ein weißes T-Shirt und graue Nikes und hatte raspel kurzes hellblondes Haar. Es war ein einschneidendes Ereignis wann immer ich ihn im Pulk erspähte. Geredet haben wir nie. Unser Zusammensein glich einer Illusion. Einem  schönen Traum. Und ich weiß bis heute nicht, ob ich diesen Typen nicht einfach geträumt habe. Vielleicht habe ich meine geheimsten Wünsche, meine Sehnsucht nach einer Romanze einfach in die Wirklichkeit projiziert. Möglicherweise war er nicht mehr als eine Fatamorgana. Ich kann es heute nicht mehr sagen.

Was ich allerdings weiß ist, dass was zwischen uns war nie ausgereicht hätte...es war zu fragil. Wie ein Flügelschlag der Libelle. Ein Luftschloss, das ich mir aufbaute und an das ich mich klammerte. Ein Wunschbild. Ich habe ihn nie wieder gesehen. Vermutlich verschwand er mit dem Verlust des unbändigen Wunsches nach einer Liebelei. Mit der Erkenntnis, dass man auch als Single glücklich sein kann. Ich war dann eine ganze Zeit nicht mehr feiern.

Habe das Gefühl vergessen und heute ist es nur noch schwer wieder hervorzukramen. Verstaubt, wie ein altes Buch, dass man auf dem Dachboden liegen findet. Wenn ich mich dann um mich selbst drehe, fühle ich nicht selten eine Leere in mir. Es liegt nicht an der vergeudeten Chance auf einen Flirt oder der Tatsache, dass es mir nie gelungen ist tiefer zu ihm vorzudringen. Es liegt viel mehr daran, dass sich meine Sichtweise verändert hat. Wenn ich heute feiern gehe, dann weiß ich, dass ich mit einem Mann an meiner Seite gehe, mit ihm tanze und ihn später mit zu mir nehme. Ich suche nicht mehr nach einem Abenteuer. Der Kick ist weg. Ich bin nicht mehr allein. Ich brauche nicht mehr auf Männerfang zu gehen. Einen Traumprinzen habe ich schon gefunden und das ist wundervoll und groß und MAGISCH.
Alles zu gleich. Wenn ich heute feiern gehe, dann tanze ich nicht allein. Ich bin keine Ertrinkende mehr, die sich an einen Ast klammert, weil sie sonst unterzugehen droht. Will sagen ich klammere mich nicht mehr an die Abende im Club als Rettungsanker vor der Single- Falle. Ich drehe mich aber immer noch gerne im Kreis. Ich lasse mich immer noch gerne gehen. Es ist ein neues Gefühl entstanden. Ein neues Abenteuer ist begonnen worden. Ich habe andere Schritte gelernt. Ich habe mehr Rhythmus. Ich tanze nicht mehr allein. Und das ist wunderschön.

Alles Liebe,

eure Missmonroelove

Dienstag, 24. April 2018

Cherryblossom and a Springs Fairytale




Jedes Jahr im Frühling überkommt mich ein ähnliches Gefühl. Man kann förmlich dabei zusehen, wie alles neu zum Leben erwacht. Die Blumen, die Vögel, die Bäume, die Menschen. Ein nie gekannter Zauber legt sich über unsere Welt, wie der Schnee sich im Winter auf die Erde legt. So viele neue Farben, so viele neue Gerüche. Das erste Eis, das erste Mal an den See fahren und die Temperatur testen. Das erste Mal grillen und abends oder früh morgens draußen sitzen. Das erste Vogelgezwitscher und der erste Schmetterling.



Während ich diese Zeilen tippe sitze ich im Garten und es sind über 20 Grad. Klar man trägt noch eine lange Hose,aber die Jacke kann man weglassen. Die schönste Zeit des Jahres beginnt. Ich erwache zu neuem Leben. Habe nie gekannte Energie und Tatendrang, der den ganzen Winter geruht hat. Ein frischer Wind weht und überall duftet es nach Blumen. Farbexplosionen aus rot, gelb, grün und pink. Ich bin ein Frühlingskind. Weil auch ich jedes Jahr neu erwache und neu aufblühe. Ich beginne dann zu leben, intensiver wahrzunehmen und zu fühlen, was ich schon lange nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Ich bin jetzt seit 1 und einem halben Jahr in einer Beziehung, aber ich habe die rosarote Brille immer noch auf. Ich werde sie auch nicht absetzen. Es lebt sich viel besser damit. Ein bisschen weltfremd vielleicht, aber definitiv bunter. Schöner...aufregender. Mehr Gänsehaut. Mehr kribbeln.

Ich bin ziemlich zufrieden, wie es gerade läuft. In meinem Kopf spinne ich neue Figuren und suche nach neuen Geschichten. Hättet ihr Lust auf eine kleine Kurzgeschichte auf dem Blog? Vielleicht sollte ich einfach mal lostippen, wie ich es eigentlich meistens tue. Die Finger fliegen förmlich über die Tastatur und kommen gar nicht nach mit meinem Gedanken, die übersprudeln. Ich lasse sie gerne fliegen. Ehrliche Gedanken. Ehrliche Worte. Ich will dem Leser mit meinen Worten, wie mit einem zarten Windhauch streicheln, Schokoladen Mousse auf der Zunge schmecken lassen und tausend bunte Farben                                                                                            sehen lassen.

Ich habe so viele neue Ideen, ich brauch nur einmal laufen zu gehen schon spinnen sich in meinem Kopf tausende neue Ideen. Von denen ich erzählen will. Aber ich glaube sie brauchen noch etwas Zeit. Zeit zu reifen. Schnelle Gedanken sind gute Gedanken, aber Geschichten, gute Geschichten, die unter die Haut gehen brauchen ihre Zeit zu reifen, wie Wein oder Käse.



Ich hab so viel zu erzählen, so viel in mir, das raus will. Geht es euch da ähnlich? Irgendwie beflügelt mich der Frühling. Und Kirschblüten regen die Fantasie an... Wenn sie leise auf die Erde regnen. Fast lautlos schweben, wie kleine, fast winzige Feen. Die kitschigen, die es in Blumenläden zu kaufen gibt. Mit einem Blumen -Kelch als Kleid und einer Blüte als Kopfschmuck. Den Blick schärfen für diese kleinen Wunder, die uns jeden Tag begegnen. Man muss sie nur sehen wollen. So das war jetzt ein recht spontaner Post, aber ich hoffe er gefällt euch. :)


Alles Liebe,

eure Missmonroelove


Montag, 9. April 2018

A diffrent post...

Close your eyes...


Feel...

Imagine a place where you feel home...

Breathe...

Open your eyes...

Hear the Music inside of you...

Listen to the beat of your heart...



Focus on what makes you happy...

Take a step...

Start to dream...


Believe...

What do you see when you think of the things you love?

Sit down and relax...

Calm down...

Take a few more breaths...

Do you feel good?

Think of a person you love...




Smile...

A kiss on the cheek...

Laughter...

Happiness. 









Sonntag, 14. Januar 2018

Blue Eyes

Blaue Augen. An meinem Finger glitzert der Ring, den du mir geschenkt hast. Ich hebe noch einmal dein hellblaues T-Shirt an die Nase, schnuppere daran- mit geschlossenen Augen. Dann streife ich es über, lege mich ins Bett. Eingehüllt in deinen Duft kann ich am besten schlafen. Blaue Augen. Ich kann deine Haut unter meinen Fingerkuppen spüren. Ich streiche sanft über deine frisch rasierte Wange. Fange deinen Blick ein. Lächle dich an und du? Lächelst zurück. Formst mit den Lippen einen Kussmund. Eine Einladung. 

Ich beuge mich vor und unsere Lippen treffen aufeinander. Streifen sich sanft. Pressen sich aufeinander. Mir geht die Luft aus. Ich hole mir die Luft die ich zum Atmen brauche aus deinem Mund. Wir teilen einen Atemzug.So wie wir gestern Abend die Zigarette geteilt haben. Außer Atem lösen wir uns nach Sekunden oder Minuten voneinander. Unsere Blicke treffen sich. Blaue Augen. Mit einem Stich ins Grüne. Ich seh' dich einfach an. Halte deinen Blick fest. Greife nach deiner Hand. Will sie lange halten. Länger. Ich lass sie nicht los. Nie wieder. Und immer wenn ich zweifle, dann fällt mein Blick auf den glitzernden Stein an meinem Finger. Ein Geschenk. Ein Versprechen. Ich zweifle nicht mehr. Weil ich mich auf deine blauen Augen verlassen kann. Weil ich weiß, dass ich ihrem Funkeln vertrauen kann. Wie dem Leuchten der Sterne. Am Himmel. Manchmal so weit weg. Dann wieder so nah. So wie du. 

Blaue Augen. Ich tauche ein. Ich vergesse alles. Ich lass mich fallen. Ich vergesse alles. Meine Welt schrumpft auf diesen Blick in deine Augen zusammen. Auf dieses Gesicht in meinem Fokus. Auf diese Lippen. Diesen Kuss. Diese Nähe. Diese Haut. Dieses Gefühl und immer wieder diese Augen. Ich bin gefangen in diesen Augen. Kann mich in ihnen spiegeln. Kann so viel Liebe sehen. So viel Liebe spüren. Auch wenn sie manchmal unerreichbar für mich sind. So wie die Sterne am nachtschwarzen Himmel. So nah. So fern. Ich will sie nie verlieren. Ich will nie wieder andere Sterne sehen.

Und ich muss ihn nochmal ansehen. Nochmal und nochmal. Und an meinem Finger glitzert der Ring. Und jedes mal, wenn ich Perfect von Ed Sheeran höre, dann weiß ich es. Ich weiß es einfach. Dann kommt dieses Gefühl wieder. Dieses Kribbeln. Diese blauen Augen. Mehr brauch ich nicht. Kann man noch mehr Gewissheit haben? Noch mehr Gänsehaut. Noch mehr "für immer"? Und dann greif ich in der Küche einfach nach deiner Hand. Lehn mich an deine Brust und tanze mit dir zum Klang des kleinen Radios auf der Anrichte. Und in deinen Augen kann ich lesen: dir geht es auch so. Du fühlst gleich. Und das macht mich einfach glücklich. Und auch wenn du manchmal scheinbar so weit weg bist - wie die Sterne am Himmel - weiß ich doch, dass ich mich auf deine blauen Augen verlassen kann. Den Stich ins Grüne.
Ich liebe dich. Seit einem Jahr. 3 Monaten und 5 Tagen. Ganz besonders deine blauen Augen. 

In Liebe,

eure Missmonroelove <3


Dienstag, 5. Dezember 2017

Engel



Dezember. Advent. Weihnachten. Plätzchen backen. Geschenke kaufen. Glühwein trinken. Maroni essen. Vor dem Kamin sitzen. Über den Weihnachtsmarkt schlendern. Die dicke Pudelmütze aufsetzen und durch den Wald spazieren. Es sich mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich machen und an einem Lebkuchen knabbern. All i want for Christmas im Radio. Den WeihnachtsSpot der Telekom  mit Justin Bieber auf Youtube on Repeat. Die Ugg Boots aus dem Schrank holen. Das ist Weihnachtszeit. Für mich. 


Ich liebe sie . Und doch bringt es mich wieder zum Nachdenken. So viel ist passiert. Erst gestern wieder geweint. Und sich hinterher über die Mascara an den Brillengläsern geärgert. Ich habe dich vermisst. Wo bist du? Ich hab zum Himmel hoch geschaut und dich zwischen den Sternen auszumachen versucht. Gerade jetzt muss ich wieder viel an dich denken. Ich vermisse dich. Immer noch. Es wird nicht vergehen. Der Schmerz. Die Wut. Du musstest gehen. Und bist doch noch immer bei mir. In meinem Herzen. In jedem Lachen und in jeder Träne steckt so viel von dir. Von uns. Wir haben uns nicht lang gekannt. Und doch wurden wir unzertrennlich. Schwestern. Seelenverwandte. 



Ich träume von dir. Von unserem Sommer. Von unserem Winter. Von unserer Zeit. Warum? frage ich mich. Aber auf diese Frage gibt es keine Antwort. Ich seufze. Hole tief Luft. Die klare Luft füllt meine Lungen. Ich seh' die Sterne funkeln. Und die Schneeflocken fallen leise auf die Erde. Alles ist still. Ich stecke mir Kopfhörer in die Ohren. Ich bekämpfe die Stille. Ich bin nicht gerne leise. Leise singe ich den Text mit. Ich kenne jede Zeile auswendig. So laufe ich durch den winterkalten Abend. 
Ich bin nie so bei mir selbst, wie in der Zeit in der ich mit meinem Hund spazieren gehe. In dieser Zeit kann ich nachdenken. Und wie so oft landen meine Gedanken dann bei dir. Bei dem Schmerz und der Wut. Der tiefen Trauer. 
Manchmal lass ich sie zu und manchmal drück ich sie weg. Nächster Titel. Von melancholisch zu fröhlich. Klingt so einfach. Doch ist so schwer. Ich denk an dich. 

Gerade jetzt fehlst du. Das Loch, dass du hinterlassen hast klafft auf. Die Lücke zwischen mir und dir kann nicht überbrückt werden. Die Wunde ist tief. Da hilft kein Pflaster. Es blutet. Weil ich die Narbe immer wieder aufreiße. Auch wenn es wehtut. 
Der Schmerz verlangt gespürt zu werden (John Green).

Ich muss trotzdem lächeln. Manchmal unter Tränen. Manchmal weil ich froh bin über diese Erinnerungen, die mich für immer mit dir verbinden. 
Und dann wird das nächste Lied angespielt. 



  Und auf einmal ist da ein ganz neues Gefühl. Ein neuer Gedanke. Das heißt nicht, dass ich dich vergessen habe. Ich mache weiter.
Ich lass los. Als ich wieder an der Haustür ankomme, schalte ich die Musik aus. Es ist wieder still. Die Musik schweigt. Es schneit immer noch. Ich vermiss dich. Immer noch. Du bist nicht weg. Sage ich mir. Du bist hier. Du bist bei mir. Ich bin nicht allein. 

Und dann setze ich mich an den PC und scrolle durch alte Fotos. Dezember. Weihnachtsmarkt. Der große Steiff Teddybär auf dem Römer. Die Lebkuchenherzen. Das verschwommene Foto auf dem eisernen Steg.

Du bist nicht weg. Sage ich mir. Du bist hier. Du bist bei mir. Ich bin nicht allein. Ich habe meinen Schutzengel immer bei mir, der schützend seine Flügel über mir hält. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er einen Engel, als beste Freundin hat?


Ich wünsche euch eine besinnliche Adventszeit

Alles Liebe,

eure 
Missmonroelove 


Donnerstag, 10. August 2017

Ich lass dich gehen. Lass mich nicht gehen.

Es ist lange her, dass ich etwas geschrieben habe.
Mir hat einfach die Zeit gefehlt. Die Inspiration. Ich war so einfallslos. So leer gefegt. Und ich frage mich, wer das hier überhaupt liest. Ich möchte Menschen berühren mit meinen Worten. Etwas in Ihnen auslösen. Ich denke daher habe ich mit dem Schreiben begonnen. Ich habe es schon immer geliebt mir Geschichten auszudenken. Zu fantasieren und zu träumen. Etwas zu erschaffen. Etwas das allein aus meinen Worten und Gedanken entsteht. Etwas von mir für euch. Wer immer ihr auch sein mögt. Seit der Roman fertig ist, habe ich nichts mehr nennenswertes geschrieben. Irgendwie wusste ich nicht was. Mir fehlt die Prise Kreativität. Der Funken Ideenreichtum. Und doch habe ich noch so viel zu erzählen. Die Personen meiner Geschichte sind ein Teil von mir (geworden) und immer noch lebendig. So wird es vielleicht Zeit diesem Blog seinen Sinn zurück zu geben: Nämlich euch über mein Buch zu berichten. Bis jetzt habe ich ja nur immer hier und da ein paar Infos eingestreut ohne wirklichen Zusammenhang.

Ich habe von Pierre erzählt und von Luise. Von Frenzel und Laurentin und von Antoniette. Damit hätten wir auch schon die wichtigsten Personen beisammen. Hauptsächlich geht es natürlich um Luise und Antoniette. Die beiden sind Mutter und Tochter und erzählen immer in wechselnder Ich-Perspektive aus ihrem Leben. Es fängt alles in Paris an. Luise ist 21 und floh aus einem kleinen bayrischen Dorf nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Liebhaber nach Frankreich. Wo sie auch prompt von ihm zurückgelassen wird. Wovor sie geflohen ist? Nach dem Tod ihrer Mutter herrschte eisiges Schweigen in dem sonst so lebhaften, alten Haus in Dreibirken, einem kleinen, fiktiven Dorf in der Nähe von München. Wo früher Musik dudelte und gute Stimmung herrschte ist nun Stille und Einsamkeit eingekehrt. Luise hält es nicht mehr aus. Schon seit geraumer Zeit hat sie eine Affäre mit einem Referendar an ihrer Schule und nach dem Abiball reißen die Beiden aus. Es ist ein kurzes Intermezzo, denn als sie eines morgens im Hotelzimmer erwacht ist der junge Mann fort. Mit Geld, Auto und Zahnbürste. 
Gott sei Dank hat sie einen Anhaltspunkt. Eine alte Freundin ihrer Mutter betreibt eine Konditorei in Paris nahe der Sacre Coeur. Deren Sohn holt sie in einem Jeep ab und bringt sie nach Paris. Sein jüngerer Bruder wird ihre große Liebe und es kommt wie es kommen muss. Sie wird schwanger. Pierre, der Vater ist überfordert und lässt die junge Mutter im Stich. Erst 16 Jahre später sollen sie sich wiedersehen. 
Nun kommt die zweite Erzähl Instanz ins Spiel. Antoniette berichtet von ihrer Kindheit, der problematischen Beziehung mit ihrer Mutter und der innigen Freundschaft mit den Zwillingen Laurentin und Frenzel. 
Ihr widerfährt ein ähnliches Schicksal wie das ihrer Mutter. Nach einem One Night Stand wird auch sie schwanger und so wird ihr junges Leben auf eine harte Probe gestellt. Der Vater will- genau wie Pierre- nichts mehr mit ihr zu tun haben. Trotz alle dem entschließt sie sich das Kind zu behalten. Die Sache hat jedoch ein Gutes: Luise beschließt nach der Geburt ihres Enkelsohnes, Pierre von dessen Existenz zu berichten und so kehrt der, inzwischen erfolgreiche Künstler, in das Leben der beiden Frauen zurück...

So weit, so gut. Ich hoffe euch hat die kleine Exkursion in die Welt meines Buches gefallen. Vielleicht veröffentliche ich ja schon bald mal einen kleinen Ausschnitt daraus. Lasst mich wissen, ob ihr Interesse darin hättet.

Alles Liebe,

eure Missmonroelove. 



Montag, 6. Februar 2017

Ein bisschen Paris im grauen Alltag


Seit einiger Zeit sehe ich mir auf Youtube eine Videoserie an.
Es handelt sich hierbei um Screenshots von Chats auf Whatsapp. Hochgeladen von einer gewissen "Flying Husky". Unterlegt mit Musik regen diese "Bildschirmfotos" zum Nachdenken an. Große Liebesschwüre. Ellenlange Texte, die am Ende nicht mal mit blauen Häckchen markiert sind. Tausende "Ich liebe dich's" und aber Millionen Herzen und so weiter. Ich lese und denke mir dabei. Welchen Screenshot würde ich einschicken? Ich scrolle wiedermal durch die Fotos, die mittlerweile 500 Selfies, die von unserer Liebesgeschichte zeugen. Das erste Foto ist knapp vier Monate alt. Am Donnerstag sind es genau 16 Wochen. 
Vier mal vier Wochen und mir kommt es vor, wie vier Jahre. Vier Wochen seit ich da am Straßenrand stand und dann kam er angefahren. Ich habe nichts erwartet. Vielleicht ein nettes Date. Ein nichtssagender Nachmittag, an dessen Ende man sich flüchtig umarmt und dann nach einem kurzen "War nett dich kennengelernt zu haben" wieder in unterschiedliche Richtungen stromert. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich heute neben diesem Mann am Abendbrottisch sitzen würde. Ich hätte gelacht, hätte man mir versucht zu verklickern, dass ich mal mit diesem Mann einschlafen würde. Tage und Nächte verbringen würde. Und jetzt ist es so. Ich sitze hier und tippe, während er für seine Abschlussprüfungen lernt. Ich beobachte ihn heimlich. Der beige Pulli, die blauen Augen unter der Brille. Seine Augen. Würde mich jemand fragen, in was ich mich verliebt habe? Dann wären es diese Augen. Blau. Wie ein Bergsee. Manchmal mit einem Stich ins Grüne oder Graue. So facettenreich. Sie blicken mich an. Strahlen. Leuchten. Seine Augen. Pierres Augen. Seltsam, dass man einen Menschen beschreibt, und dann: erkennt man Eigenschaften dieser Person die man, aus seinem Kopf heraus beschrieben hat, bei einer lebendigen Person wieder. Ich bemerke, wie der Buch- Traummann immer mehr seiner Eigenschaften annimmt. Aus der realen Person und der fiktiven werden eine Person. Trotzdem bleibt Pierre Pierre und Honey, eben Honey. 

Ich erinnere mich an die Augen die ich beschrieben habe. An Gesten und Worte. Ich habe mir immer einen Pierre gewünscht. Einen richtigen. Echten eben. Einen, mit dem man Chats hat, die manchmal aus tausenden "Ich liebe dich's" und aber Millionen Herzchen bestehen. Solche, von denen man Screenshots macht und sie an "Flying Husky" schickt, damit diese sie dann in ihren Videos veröffentlicht. Solche die man mit kitschigen Liebesliedern unterlegt und der ganzen Welt preisgibt. Jeder soll es lesen können. Habe ich das nötig? Nein. Definitiv nicht. Ich liebe lieber leise. Hauchzart. Flüsternd. Ist mir nicht wichtig, dass das jeder lesen kann. Ich liebe lieber heimlich. Für mich. Für uns. Großartig im Kleinen. 

Ich habe mir eine eigene Liebesgeschichte geschrieben. Für mich. Für uns. Und diesmal soll es jeder lesen können. Sie trieft nur so vor Kitsch. Vor Romantik und spielt überdies auch noch in der Stadt der Liebe. Paris. 
Wiedermal stehe ich am Bahnhof in Frankfurt und am Gleis, an dem der TGV steht. Paris Est. Wann bin ich endlich mutig genug einzusteigen. Die Geschichte wahr zu machen? 

Ich stehe so lange an dem Gleis, bis der Zug anfährt. Hinaus aus dem Bahnhof. Und mich am Gleis stehen lässt. Ein andermal vielleicht. Vertröste ich mich. Vielleicht. Vielleicht auch nicht, Ich glaube ich habe einfach Angst. Angst enttäuscht zu werden. Von der knallharten Realität. Denn auch nach einem noch so schön gehauchten: "Ich bin ja so verliebt in dich" kommt man irgendwann wieder unten am Boden an. Irgendwann werden die Herzchen weniger. Dann kommen die ellenlangen Texte in den Videos, die nicht mal gelesen wurden. Die blauen Häkchen fehlen. Interessiert niemanden mehr. Traurig, aber wahr. Man tippt. Löscht. Tippt erneut und versendet. Es bleibt unbeantwortet. 
Ich kenne das. Zu gut. Will das eine Weile nicht erleben. Eine Weile noch schweben. Lieber nochmal "Ich liebe dich" schreiben. Es nochmal hören. Noch ein schlagendes rotes Herz. Jeden Morgen eine Audio und jeden Abend. Außer, wenn wir zusammen sind. Noch ein körniges Selfie. Nochmal ein kurzes Video mit einem Luftkuss. Noch ein Telefonat am Abend. Nochmal in seinen Armen einschlafen, Noch ein Kuss. Der letzte. So wie der erste. Inniger. Eine noch festere Umarmung. Bis Morgen. Bis später. Bis nachher. Bis Paris? Noch ein Traum. Nochmal am Gleis stehen. Einsteigen. Mitfahren. Ankommen. Eintauchen. Auf dieser Brücke an der Seine stehen, die man sieht, wenn man auf das Bild über seinem Schreibtisch schaut. 

Einmal auf den Eiffelturm. Einmal ein Café finden. In der Nähe von Mon Matre das Florence und Polette gehören könnte. Einmal. Ich verliere mich in Träumen. Schmunzele. Halte kurz inne. Flying Husky hat ein neues Video hochgeladen, zeigt meine Neuigkeiten - Spalte an. Werde ich mir ansehen, wenn ich zuhause bin. Weil wir alle uns gern mal in einer Welt verlieren, die aus "Ich liebe dich's" und Herzchen besteht. In der einen die "Ich bin ja so verliebt in dich" Nachrichten schweben lassen. In der man einen Pierre im Café trifft. Manchmal denke ich. Manchmal ist es gut, dass es Realität gibt und die Welt im Buch. Man kann sich flüchten, aber davon laufen kann man nicht. Vermischen ist gefährlich. Es ist gut, dass Pierre Pierre ist und Honey Honey. 

Es ist gut, dass ich gerade hier bin, Im grauen Alltag, der ein bisschen aufleuchtet, bei dem Gedanken an die Nacht, die ich in seinen Armen verbringen werde. Auch in Paris kann man einsam sein. Und trotzdem freue ich mich auf den Tag, an dem wir gemeinsam einsteigen, Paris. Paris, 

In Liebe, 

eure Missmonroelove