Dienstag, 5. Dezember 2017

Engel



Dezember. Advent. Weihnachten. Plätzchen backen. Geschenke kaufen. Glühwein trinken. Maroni essen. Vor dem Kamin sitzen. Über den Weihnachtsmarkt schlendern. Die dicke Pudelmütze aufsetzen und durch den Wald spazieren. Es sich mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich machen und an einem Lebkuchen knabbern. All i want for Christmas im Radio. Den WeihnachtsSpot der Telekom  mit Justin Bieber auf Youtube on Repeat. Die Ugg Boots aus dem Schrank holen. Das ist Weihnachtszeit. Für mich. 


Ich liebe sie . Und doch bringt es mich wieder zum Nachdenken. So viel ist passiert. Erst gestern wieder geweint. Und sich hinterher über die Mascara an den Brillengläsern geärgert. Ich habe dich vermisst. Wo bist du? Ich hab zum Himmel hoch geschaut und dich zwischen den Sternen auszumachen versucht. Gerade jetzt muss ich wieder viel an dich denken. Ich vermisse dich. Immer noch. Es wird nicht vergehen. Der Schmerz. Die Wut. Du musstest gehen. Und bist doch noch immer bei mir. In meinem Herzen. In jedem Lachen und in jeder Träne steckt so viel von dir. Von uns. Wir haben uns nicht lang gekannt. Und doch wurden wir unzertrennlich. Schwestern. Seelenverwandte. 



Ich träume von dir. Von unserem Sommer. Von unserem Winter. Von unserer Zeit. Warum? frage ich mich. Aber auf diese Frage gibt es keine Antwort. Ich seufze. Hole tief Luft. Die klare Luft füllt meine Lungen. Ich seh' die Sterne funkeln. Und die Schneeflocken fallen leise auf die Erde. Alles ist still. Ich stecke mir Kopfhörer in die Ohren. Ich bekämpfe die Stille. Ich bin nicht gerne leise. Leise singe ich den Text mit. Ich kenne jede Zeile auswendig. So laufe ich durch den winterkalten Abend. 
Ich bin nie so bei mir selbst, wie in der Zeit in der ich mit meinem Hund spazieren gehe. In dieser Zeit kann ich nachdenken. Und wie so oft landen meine Gedanken dann bei dir. Bei dem Schmerz und der Wut. Der tiefen Trauer. 
Manchmal lass ich sie zu und manchmal drück ich sie weg. Nächster Titel. Von melancholisch zu fröhlich. Klingt so einfach. Doch ist so schwer. Ich denk an dich. 

Gerade jetzt fehlst du. Das Loch, dass du hinterlassen hast klafft auf. Die Lücke zwischen mir und dir kann nicht überbrückt werden. Die Wunde ist tief. Da hilft kein Pflaster. Es blutet. Weil ich die Narbe immer wieder aufreiße. Auch wenn es wehtut. 
Der Schmerz verlangt gespürt zu werden (John Green).

Ich muss trotzdem lächeln. Manchmal unter Tränen. Manchmal weil ich froh bin über diese Erinnerungen, die mich für immer mit dir verbinden. 
Und dann wird das nächste Lied angespielt. 



  Und auf einmal ist da ein ganz neues Gefühl. Ein neuer Gedanke. Das heißt nicht, dass ich dich vergessen habe. Ich mache weiter.
Ich lass los. Als ich wieder an der Haustür ankomme, schalte ich die Musik aus. Es ist wieder still. Die Musik schweigt. Es schneit immer noch. Ich vermiss dich. Immer noch. Du bist nicht weg. Sage ich mir. Du bist hier. Du bist bei mir. Ich bin nicht allein. 

Und dann setze ich mich an den PC und scrolle durch alte Fotos. Dezember. Weihnachtsmarkt. Der große Steiff Teddybär auf dem Römer. Die Lebkuchenherzen. Das verschwommene Foto auf dem eisernen Steg.

Du bist nicht weg. Sage ich mir. Du bist hier. Du bist bei mir. Ich bin nicht allein. Ich habe meinen Schutzengel immer bei mir, der schützend seine Flügel über mir hält. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er einen Engel, als beste Freundin hat?


Ich wünsche euch eine besinnliche Adventszeit

Alles Liebe,

eure 
Missmonroelove 


Donnerstag, 10. August 2017

Ich lass dich gehen. Lass mich nicht gehen.

Es ist lange her, dass ich etwas geschrieben habe.
Mir hat einfach die Zeit gefehlt. Die Inspiration. Ich war so einfallslos. So leer gefegt. Und ich frage mich, wer das hier überhaupt liest. Ich möchte Menschen berühren mit meinen Worten. Etwas in Ihnen auslösen. Ich denke daher habe ich mit dem Schreiben begonnen. Ich habe es schon immer geliebt mir Geschichten auszudenken. Zu fantasieren und zu träumen. Etwas zu erschaffen. Etwas das allein aus meinen Worten und Gedanken entsteht. Etwas von mir für euch. Wer immer ihr auch sein mögt. Seit der Roman fertig ist, habe ich nichts mehr nennenswertes geschrieben. Irgendwie wusste ich nicht was. Mir fehlt die Prise Kreativität. Der Funken Ideenreichtum. Und doch habe ich noch so viel zu erzählen. Die Personen meiner Geschichte sind ein Teil von mir (geworden) und immer noch lebendig. So wird es vielleicht Zeit diesem Blog seinen Sinn zurück zu geben: Nämlich euch über mein Buch zu berichten. Bis jetzt habe ich ja nur immer hier und da ein paar Infos eingestreut ohne wirklichen Zusammenhang.

Ich habe von Pierre erzählt und von Luise. Von Frenzel und Laurentin und von Antoniette. Damit hätten wir auch schon die wichtigsten Personen beisammen. Hauptsächlich geht es natürlich um Luise und Antoniette. Die beiden sind Mutter und Tochter und erzählen immer in wechselnder Ich-Perspektive aus ihrem Leben. Es fängt alles in Paris an. Luise ist 21 und floh aus einem kleinen bayrischen Dorf nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Liebhaber nach Frankreich. Wo sie auch prompt von ihm zurückgelassen wird. Wovor sie geflohen ist? Nach dem Tod ihrer Mutter herrschte eisiges Schweigen in dem sonst so lebhaften, alten Haus in Dreibirken, einem kleinen, fiktiven Dorf in der Nähe von München. Wo früher Musik dudelte und gute Stimmung herrschte ist nun Stille und Einsamkeit eingekehrt. Luise hält es nicht mehr aus. Schon seit geraumer Zeit hat sie eine Affäre mit einem Referendar an ihrer Schule und nach dem Abiball reißen die Beiden aus. Es ist ein kurzes Intermezzo, denn als sie eines morgens im Hotelzimmer erwacht ist der junge Mann fort. Mit Geld, Auto und Zahnbürste. 
Gott sei Dank hat sie einen Anhaltspunkt. Eine alte Freundin ihrer Mutter betreibt eine Konditorei in Paris nahe der Sacre Coeur. Deren Sohn holt sie in einem Jeep ab und bringt sie nach Paris. Sein jüngerer Bruder wird ihre große Liebe und es kommt wie es kommen muss. Sie wird schwanger. Pierre, der Vater ist überfordert und lässt die junge Mutter im Stich. Erst 16 Jahre später sollen sie sich wiedersehen. 
Nun kommt die zweite Erzähl Instanz ins Spiel. Antoniette berichtet von ihrer Kindheit, der problematischen Beziehung mit ihrer Mutter und der innigen Freundschaft mit den Zwillingen Laurentin und Frenzel. 
Ihr widerfährt ein ähnliches Schicksal wie das ihrer Mutter. Nach einem One Night Stand wird auch sie schwanger und so wird ihr junges Leben auf eine harte Probe gestellt. Der Vater will- genau wie Pierre- nichts mehr mit ihr zu tun haben. Trotz alle dem entschließt sie sich das Kind zu behalten. Die Sache hat jedoch ein Gutes: Luise beschließt nach der Geburt ihres Enkelsohnes, Pierre von dessen Existenz zu berichten und so kehrt der, inzwischen erfolgreiche Künstler, in das Leben der beiden Frauen zurück...

So weit, so gut. Ich hoffe euch hat die kleine Exkursion in die Welt meines Buches gefallen. Vielleicht veröffentliche ich ja schon bald mal einen kleinen Ausschnitt daraus. Lasst mich wissen, ob ihr Interesse darin hättet.

Alles Liebe,

eure Missmonroelove. 



Montag, 6. Februar 2017

Ein bisschen Paris im grauen Alltag


Seit einiger Zeit sehe ich mir auf Youtube eine Videoserie an.
Es handelt sich hierbei um Screenshots von Chats auf Whatsapp. Hochgeladen von einer gewissen "Flying Husky". Unterlegt mit Musik regen diese "Bildschirmfotos" zum Nachdenken an. Große Liebesschwüre. Ellenlange Texte, die am Ende nicht mal mit blauen Häckchen markiert sind. Tausende "Ich liebe dich's" und aber Millionen Herzen und so weiter. Ich lese und denke mir dabei. Welchen Screenshot würde ich einschicken? Ich scrolle wiedermal durch die Fotos, die mittlerweile 500 Selfies, die von unserer Liebesgeschichte zeugen. Das erste Foto ist knapp vier Monate alt. Am Donnerstag sind es genau 16 Wochen. 
Vier mal vier Wochen und mir kommt es vor, wie vier Jahre. Vier Wochen seit ich da am Straßenrand stand und dann kam er angefahren. Ich habe nichts erwartet. Vielleicht ein nettes Date. Ein nichtssagender Nachmittag, an dessen Ende man sich flüchtig umarmt und dann nach einem kurzen "War nett dich kennengelernt zu haben" wieder in unterschiedliche Richtungen stromert. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich heute neben diesem Mann am Abendbrottisch sitzen würde. Ich hätte gelacht, hätte man mir versucht zu verklickern, dass ich mal mit diesem Mann einschlafen würde. Tage und Nächte verbringen würde. Und jetzt ist es so. Ich sitze hier und tippe, während er für seine Abschlussprüfungen lernt. Ich beobachte ihn heimlich. Der beige Pulli, die blauen Augen unter der Brille. Seine Augen. Würde mich jemand fragen, in was ich mich verliebt habe? Dann wären es diese Augen. Blau. Wie ein Bergsee. Manchmal mit einem Stich ins Grüne oder Graue. So facettenreich. Sie blicken mich an. Strahlen. Leuchten. Seine Augen. Pierres Augen. Seltsam, dass man einen Menschen beschreibt, und dann: erkennt man Eigenschaften dieser Person die man, aus seinem Kopf heraus beschrieben hat, bei einer lebendigen Person wieder. Ich bemerke, wie der Buch- Traummann immer mehr seiner Eigenschaften annimmt. Aus der realen Person und der fiktiven werden eine Person. Trotzdem bleibt Pierre Pierre und Honey, eben Honey. 

Ich erinnere mich an die Augen die ich beschrieben habe. An Gesten und Worte. Ich habe mir immer einen Pierre gewünscht. Einen richtigen. Echten eben. Einen, mit dem man Chats hat, die manchmal aus tausenden "Ich liebe dich's" und aber Millionen Herzchen bestehen. Solche, von denen man Screenshots macht und sie an "Flying Husky" schickt, damit diese sie dann in ihren Videos veröffentlicht. Solche die man mit kitschigen Liebesliedern unterlegt und der ganzen Welt preisgibt. Jeder soll es lesen können. Habe ich das nötig? Nein. Definitiv nicht. Ich liebe lieber leise. Hauchzart. Flüsternd. Ist mir nicht wichtig, dass das jeder lesen kann. Ich liebe lieber heimlich. Für mich. Für uns. Großartig im Kleinen. 

Ich habe mir eine eigene Liebesgeschichte geschrieben. Für mich. Für uns. Und diesmal soll es jeder lesen können. Sie trieft nur so vor Kitsch. Vor Romantik und spielt überdies auch noch in der Stadt der Liebe. Paris. 
Wiedermal stehe ich am Bahnhof in Frankfurt und am Gleis, an dem der TGV steht. Paris Est. Wann bin ich endlich mutig genug einzusteigen. Die Geschichte wahr zu machen? 

Ich stehe so lange an dem Gleis, bis der Zug anfährt. Hinaus aus dem Bahnhof. Und mich am Gleis stehen lässt. Ein andermal vielleicht. Vertröste ich mich. Vielleicht. Vielleicht auch nicht, Ich glaube ich habe einfach Angst. Angst enttäuscht zu werden. Von der knallharten Realität. Denn auch nach einem noch so schön gehauchten: "Ich bin ja so verliebt in dich" kommt man irgendwann wieder unten am Boden an. Irgendwann werden die Herzchen weniger. Dann kommen die ellenlangen Texte in den Videos, die nicht mal gelesen wurden. Die blauen Häkchen fehlen. Interessiert niemanden mehr. Traurig, aber wahr. Man tippt. Löscht. Tippt erneut und versendet. Es bleibt unbeantwortet. 
Ich kenne das. Zu gut. Will das eine Weile nicht erleben. Eine Weile noch schweben. Lieber nochmal "Ich liebe dich" schreiben. Es nochmal hören. Noch ein schlagendes rotes Herz. Jeden Morgen eine Audio und jeden Abend. Außer, wenn wir zusammen sind. Noch ein körniges Selfie. Nochmal ein kurzes Video mit einem Luftkuss. Noch ein Telefonat am Abend. Nochmal in seinen Armen einschlafen, Noch ein Kuss. Der letzte. So wie der erste. Inniger. Eine noch festere Umarmung. Bis Morgen. Bis später. Bis nachher. Bis Paris? Noch ein Traum. Nochmal am Gleis stehen. Einsteigen. Mitfahren. Ankommen. Eintauchen. Auf dieser Brücke an der Seine stehen, die man sieht, wenn man auf das Bild über seinem Schreibtisch schaut. 

Einmal auf den Eiffelturm. Einmal ein Café finden. In der Nähe von Mon Matre das Florence und Polette gehören könnte. Einmal. Ich verliere mich in Träumen. Schmunzele. Halte kurz inne. Flying Husky hat ein neues Video hochgeladen, zeigt meine Neuigkeiten - Spalte an. Werde ich mir ansehen, wenn ich zuhause bin. Weil wir alle uns gern mal in einer Welt verlieren, die aus "Ich liebe dich's" und Herzchen besteht. In der einen die "Ich bin ja so verliebt in dich" Nachrichten schweben lassen. In der man einen Pierre im Café trifft. Manchmal denke ich. Manchmal ist es gut, dass es Realität gibt und die Welt im Buch. Man kann sich flüchten, aber davon laufen kann man nicht. Vermischen ist gefährlich. Es ist gut, dass Pierre Pierre ist und Honey Honey. 

Es ist gut, dass ich gerade hier bin, Im grauen Alltag, der ein bisschen aufleuchtet, bei dem Gedanken an die Nacht, die ich in seinen Armen verbringen werde. Auch in Paris kann man einsam sein. Und trotzdem freue ich mich auf den Tag, an dem wir gemeinsam einsteigen, Paris. Paris, 

In Liebe, 

eure Missmonroelove

Sonntag, 22. Januar 2017

Kind des Sturmes

Hallo. Es ist Sonntagabend. Stille. Laute Stille. Ich drehe Musik auf. Frida Gold. Wir sind zuhaus. Ich reflektiere die letzten Wochen. Ich denke...denke...denke nach. Es ist jetzt Januar. Das Jahr ist drei Wochen alt. So jung und doch sind schon wieder einige Tage verstrichen. Ich habe viel geweint. War viel verzweifelt. Hab mich aufgelöst. Bis man mir sagte: Du hast keinen Grund zu weinen. Keinen Grund zur Panik. Alles wird gut. Ich klammere mich daran fest. An diesen drei Worten. An seinem "Ich liebe dich". Vergrabe mich in seinen Armen. Verliere mich in diesen blauen Augen. Er lacht. Honey. Ich sehe ihn. Sehe uns. Die Einweg Kamera. Der Auslöser klickt. Dieser Kuss festgehalten. Und wenn ich so daliege, dann ist alles gut. Dann kann ich mich fallen lassen. Ich falle in den Moment und fliege für einen Moment. Wenn alles kribbelt. Ich mach mich leicht. Ich halte dieses Gefühl fest. Für Momente wenn ich wieder down bin. Wenn die Depression wieder zuschlägt.

Und ich denke wieder an ihn. Irgendwie. Hallo Frenzel. Was willst du noch in meinem Kopf. Er schleicht sich in meine Träume. Menschen, die ich jahrelang nicht mehr gesehen haben tauchen auch, wie Geister aus der Vergangenheit und scheinen mich daran zu erinnern, was ist und was war. Ich halte gern am gestern fest. Lasse dennoch alle Türen für die Zukunft offen. Ich breite die Arme aus. Weit. Will schreien. Alles rauslassen. Doch ich bleibe still. Es ist ok. Es ist in Ordnung.

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe ihn. Mit jeder Faser. Mit jedem Molekül. Jeder Zelle. Jeden Zentimeter. Vielleicht musste ich ihn gehen lassen, um Platz zu machen. Und trotzdem ist das Loch noch da. Alles ist verblasst. Das letzte Jahr. Wir haben wirklich geglaubt, wir könnten davon laufen. Vor unseren Gefühlen. Dieser Kuss. Fühlt sich jetzt ganz anders an. Viel größer. Hätte nie gedacht, dass solche Gefühle möglich sind. Hab immer gedacht, dass ich Liebe kenne. Aber jetzt hat sich dieser Begriff neu definiert. So viel mächtiger. Ich rede schon vom Mann meines Lebens. Von einem  FÜR IMMER . "Gibt es das?" frage ich ihn. Er nickt nur. Hält mich noch fester. Enger umschlungen. Ich habe niemals so viel Nähe zugelassen. Niemals erlaubt, dass mir ein Mensch so nahe kommt. So hinter die Fassade blicken darf, wie er es tut. Hab mich nie so verletzlich gezeigt. Ich habe noch nie einen Mann weinen sehen. Wir haben zusammen geweint. Weil das Glück uns übermannt hat. Ich kann nicht damit umgehen. Zu viele Emotionen. Zu instabil. Zu sentimental zu. Zu...

Die Musik ist aus. Tut auch gut. Stille ist mir immer unangenehm. Ich fühl mich in der Ruhe nicht wohl. Ich bin ein Kind des Sturmes. Ein Kind des Windes. Wo es tobt und bebt, gewittert und blitzt, da fühl ich mich wohl. Ich hab lange Angst im Dunkeln gehabt. Zünde immer Kerzen an. Lass immer ein Licht brennen. Bin nachts nicht gerne unterwegs. Obwohl ich viele Nächte durchgemacht habe.Viele durchtanzt habe. Lange wachgelegen bin. Eine ganze Nacht lang mit ihm. Reden über Paris. Über dies und jenes. Über ihn und mich. Träume. Wünsche. Vorstellungen. Illusionen. Hoffnungen. Erwartungen. Die großen und kleinen Dinge des Lebens.

Während ich das hier tippe, spielt mein Vater Klavier. Stay von Rihanna. Bleiben. Ich will, dass er für immer bleibt. Der Moment. Dieser Mensch. Dieser Tag. Forever is a long time. For now. Now is good. Gerade gut genug. Denke ich.

Habe aufgehört Tagebuch zu schreiben. Irgendwie gelingt es mir nicht mehr. Ich habe mich verändert. Bin in ständigem Wandel begriffen. Es ist Sonntagabend. Stille. Laute Stille. Die Tasten klicken unter meinen Fingern und mein Vater singt ein schiefes Lied. Er wiederholt einige Stellen des Stückes bis es zu seiner Zufriedenheit klingt.Wieder und wieder. Die gleiche Melodie. Melancholisch. Schwer. Moll. Das ist das Leben. Denke ich. Ein Wechsel von Dur und Moll. Genauso fühlt es sich an. Höhen und Tiefen. Bergauf und ab. Das ist gut. Das ist ok. Eine Achterbahnfahrt und ich steige ein. Jauchze. Fühle die Leere im Bauch, wenn wir bergab sausen und das Adrenalin durch meinen Körper pulsieren. Ich bin am Leben. Alive. Und ich will verdammt noch mal was aus diesem Leben machen. Ich atme ein und aus. Und denke wieder an Frida Gold. Wir sind zuhaus.

xoxo

eure Missmonroelove